5 Wanderungen in Seoul, um die Stadt aus einer anderen Perspektive zu erleben

Das Staatsgebiet Südkoreas besteht zu 70 % aus bergigem Gelände. Es ist also kein Wunder, dass die Hauptstadt voller Hügel und Berge ist und sogar einen eigenen Nationalpark zum Wandern besitzt. Diese Vielfalt an Bergen bietet Wanderwege für alle – von Anfängern bis hin zu Experten. Man könnte Jahre damit verbringen, die verschiedenen Pfade in der ganzen Stadt zu erkunden. Für den Anfang kann es daher recht überwältigend sein, zu entscheiden, wo man am besten anfängt und welche Wanderungen ideal für den Einstieg sind. Diese Übersicht stellt Wanderrouten in Seoul für jedes Niveau vor – vom gemütlichen Einsteiger bis zum erfahrenen Abenteurer. Los geht’s!

1. Inwangsan (339.8 m)

Direkt hinter dem Gyeongbokgung-Palast gelegen, ist der Inwangsan einer der ikonischsten Gipfel Seouls. Er ist leicht zu erreichen, relativ sanft zu erklimmen und belohnt Wanderer mit einem Ausblick auf die Stadt, der sowohl tagsüber als auch nachts atemberaubend ist.

 

  • Höhe: 339,8 m
  • Dauer: 2–2,5 Std. (Hin- und Rückweg)
  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger–Mittelschwer
Highlights

Spaziere entlang von Abschnitten der historischen Stadtmauer von Seoul, blicke hinab auf den Gyeongbokgung-Palast und lass deinen Ausflug mit einem gemütlichen Bummel durch Insadong oder das Bukchon Hanok Village ausklingen. Wenn du noch Energie hast, kannst du direkt weiterwandern: Der Inwangsan ist im Westen mit dem Ansan und im Osten mit dem Bugaksan verbunden.

Anfahrt

Es gibt mehrere Ausgangspunkte, aber die beiden beliebtesten sind:

  • Vom Changuimun-Tor (Bus 1020, 7022 oder 7212 ab Gyeongbokgung Station, Ausgang 3).
  • Von der Independence Gate Station (Linie 3), direkt neben dem Seodaemun-Gefängnis.

Hinweis: Einige Abschnitte sind militärisches Sperrgebiet – achte unbedingt darauf, auf den markierten Wegen zu bleiben.

2. Bukhansan (836.5 m)

Der Bukhansan-Nationalpark – was wörtlich „Berg nördlich des Han-Flusses“ bedeutet – ist Seouls beliebtestes Wanderziel und sowohl bei Einheimischen als auch bei Besuchern gleichermaßen geschätzt. Seine markanten Granitgipfel, historischen Tempel und Festungsmauern schaffen eine perfekte Balance zwischen Natur und Kultur. Der höchste Punkt des Parks, der Baegundae, ist der höchste Gipfel in ganz Seoul. Unzählige weitere Pfade führen jedoch zu weniger bekannten Gipfeln und bieten viele Möglichkeiten, die Natur abseits der Hauptroute zu erkunden.

 

  • Höhe: 836,5 m (Baegundae-Gipfel, der höchste Punkt in Seoul)
  • Dauer: 4–6 Std. Hin- und Rückweg (je nach Route)
  • Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer–Fortgeschritten
Highlights

Panoramablicke vom Baegundae-Gipfel, die über ganz Seoul und bis nach Incheon und das Meer reichen; die historische Festung Bukhansanseong sowie ruhige Tempel wie der Doseonsa.

Anfahrt
  • Beliebter Startpunkt: Eingang zur Bukhansan-Festung (Bus 34, 704 oder 8772 ab Gupabal Station, Ausgang 1).
  • Es gibt viele verschiedene Ausgangspunkte – informiere dich am besten vorab über deine genaue Route.

Hinweis: Am Wochenende kann es auf den Wanderwegen sehr voll werden, daher wird ein früher Start empfohlen. Wenn es dein Zeitplan erlaubt, sind die Wochentage die beste Zeit, um die Wege in Ruhe zu genießen.

3. Gwanaksan (632.2 m)

Der Gwanaksan – wörtlich „Kronenberg“ – ist einer der markantesten Gipfel Seouls, benannt nach seiner felsigen Krone, die an eine traditionelle Kopfbedeckung erinnert. Der Berg ist bei Einheimischen und Studierenden der nahe gelegenen Seoul National University sehr beliebt, da er schroffe Granitgrate mit bewaldeten Pfaden und versteckten Einsiedeleien verbindet. Obwohl er kleiner als der Bukhansan ist, machen seine steilen Pfade und die spektakuläre Aussicht über den Süden Seouls die Wanderung zu einem lohnenden Erlebnis für alle, die sowohl die Herausforderung als auch die Landschaft suchen.

 

  • Höhe: 632,2 m
  • Dauer: 3–5 Std. Hin- und Rückweg (je nach Route)
  • Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer
Highlights

Weite Ausblicke über den Süden Seouls vom Gipfel aus, spektakulär an Klippen gebaute Einsiedeleien wie Yeonjuam und ruhige, bewaldete Pfade, auf denen man die Großstadt komplett vergisst.

Access
  • Die Gwanaksan Station (Linie 4 / Shinbundang-Linie) bietet direkten Zugang zu den Wanderwegen auf der Ostseite des Berges. In der Station findest du auch das Seoul Hiking Tourism Center, wo du dir Wanderausrüstung ausleihen und Wanderkarten mitnehmen kannst.
  • Weitere Ausgangspunkte sind die Stationen Sadang und Gwacheon.

Hinweis: Die Wege können steil und felsig sein, daher werden feste Schuhe empfohlen. Einige Abschnitte können nach Regen rutschig werden.

4. Achasan & Yongmasan (287 m / 348 m)

Der Achasan und der Yongmasan sind zwei miteinander verbundene Gipfel, die sich ideal für eine der einfachsten, aber landschaftlich schönsten Gratwanderungen in Seoul eignen. Der Achasan erhebt sich sanft über dem Han-Fluss und belohnt Wanderer mit einem weiten Blick über das Wasser und die Stadt, während der Yongmasan noch etwas mehr Höhe und ein noch breiteres Panorama über den Osten Seouls bietet. Der Weg ist kurz, gut markiert und perfekt für Anfänger oder alle, die eine schnelle Auszeit in der Natur suchen, ohne die Stadt zu verlassen.

 

  • Höhe: 287 m (Achasan), 348 m (Yongmasan)
  • Dauer: 2–3 Std. Hin- und Rückweg (für beide Gipfel zusammen)
  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Highlights

Ein fantastischer Blick auf den Han-Fluss, die Olympic Bridge und den Lotte World Tower. Der Höhenweg verbindet beide Gipfel, sodass du auf einer einzigen Wanderung gleich zwei Gipfel mitnehmen kannst.

Anfahrt
  • Starte an der Achasan Station (Linie 5, Ausgang 2) für den Achasan.
  • Oder beginne an der Yongmasan Station (Linie 7), wenn du die Wanderung in umgekehrter Richtung machen möchtest.

Hinweis: Dieser Weg ist besonders bei Familien, Schulklassen und Freizeitwanderern beliebt, sodass du am Wochenende mit viel Gesellschaft rechnen musst.

5. Cheonggyesan (620 m)

Der Cheonggyesan ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner im Süden Seouls. Er bietet kühle, schattige Waldwege und einen weiten Blick auf die Stadt, ohne die großen Menschenmassen des Bukhansan anzuziehen. Er gilt oft als der perfekte „nächste Schritt“ für Anfänger, die bereit für eine mittelschwere Herausforderung sind. Mit mehreren Routen zum Gipfel ist es eine vielseitige Wanderung, die Ruhe mit lohnenden Ausblicken verbindet.

 

  • Höhe: 620 m
  • Dauer: 3–4 Std. Hin- und Rückweg
  • Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer
Highlights

Friedliche Waldwege, Panoramablicke über das Viertel Gangnam und verschiedene Routenoptionen, die für unterschiedliche Fitnesslevel geeignet sind.

Anfahrt
  • Starte an der Cheonggyesan Station (Shinbundang-Linie) – der Ausgangspunkt des Wanderwegs ist nur einen kurzen Spaziergang vom Ausgang entfernt.

Hinweis: Einige Abschnitte sind steil und können die Knie belasten; Wanderstöcke werden empfohlen.

Fazit

Egal, ob du eine schnelle Auszeit in der Natur suchst, eine kulturelle Entdeckungsreise vorbei an Tempeln und Festungsmauern planst oder eine herausfordernde Klettertour mit weitem Blick über die Stadt erleben willst – Seouls Berge haben für jeden etwas zu bieten. Jeder Pfad hat seinen ganz eigenen Charakter: Einige sind steil und unwegsam, andere sanft und absolut familienfreundlich. Sie alle bieten jedoch die perfekte Gelegenheit, dem Trubel der Großstadt zu entfliehen und in die Natur sowie das historische Erbe Koreas einzutauchen. Schnür deine Schuhe, wähle einen Gipfel, der zu deinem Tempo passt, und finde selbst heraus, warum das Wandern ein so essenzieller Teil des Lebens in Seoul ist.

Hast du bereits einen Lieblingsgipfel in Seoul oder gibt es einen Berg, den du unbedingt mal erklimmen möchtest? Schreib es unten in die Kommentare – lass uns die Wege gemeinsam entdecken!

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert